Künstliche Ernährung

Künstliche Ernährung

Was ist künstliche Ernährung?

Ziel der künstlichen Ernährung ist es, ernährungs- oder entwicklungsbedingte Mangelerscheinungen  auszugleichen oder ihrer Entstehung vorzubeugen. Mangelernährung kann aufgrund unterschiedlicher Krankheitsbilder entstehen – zum Beispiel bei Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Krebs. Mögliche weitere Ursachen können psychische Probleme oder soziale Isolation sein. Auch Frühgeborene und Kleinkinder sind aufgrund ihres hohen Nährstoffbedarfs besonders anfällig für Mangelernährung.

Eine Mangelernährung kann schwerwiegende Folgen haben: Sie erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten, vermindert die Wundheilung, sorgt für einen Abbau der Muskulatur und führt zu längeren Krankenhausaufenthalten. Um dem entgegen zu wirken oder vorzubeugen, können Betroffene künstlich ernährt werden. Dies geschieht entweder über eine Magensonde oder über eine Vene mittels einer Infusionslösung. Eine künstliche Ernährung über die Vene wird auch als parenterale Ernährung bezeichnet. Hierbei gelangen die Nährstoffe  direkt in die Blutbahn. Dies ist vor allem dann erforderlich, wenn der Patient infolge einer Erkrankung oder Operation keine Nahrung über den Magen-Darm-Trakt verwerten kann.

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Wann und wie wird künstlich ernährt?

Die parenterale Ernährung wird zum Beispiel bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Morbus Crohn, Tumoren oder dem Kurzdarmsyndrom angewendet. Sie versorgt den Patienten mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen.

Einfach und sicher erfolgt eine parenterale Ernährung über einen Katheter, der die Nährlösung aus einem so genannten 3-Kammerbeutel direkt in die Blutbahn verabreicht. 3-Kammerbeutel enthalten Kohlenhydrate, Aminosäuren (die Bausteine des Eiweiß) und Fett sowie Elektrolyte und werden kurz vor der Gabe mit Vitaminen und Spurenelementen angereichert. Besonders bewährt haben sich Präparate mit Olivenöl. Der hohe Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren (Omega-9-Fettsäuren) schont den Stoffwechsel und das Immunsystem. Zusätzlich ist Olivenöl reich an natürlichem Vitamin E und schützt den Organismus vor freien Radikalen.

3-Kammerbeutel sind für den Einsatz in Krankenhäusern, Arztpraxen und zu Hause geeignet.

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Wem hilft die künstliche Ernährung?

Eine künstliche Ernährung hilft Menschen, die bereits unter Mangelernährung leiden oder davon bedroht sind.  Von einer Mangelernährung spricht man zum Beispiel, wenn der Patient innerhalb von 6 Monaten mehr als 10 Prozent seines Körpergewichtes verloren hat oder einen Body Mass Index (BMI = Gewicht/Körpergröße in cm²) von unter 18 aufweist. Besonders gefährdet sind Tumorpatienten, aber auch ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Durch eine künstliche Ernährung werden Mangelerscheinungen ausgeglichen oder vorgebeugt. Die Genesung kann beschleunigt, der Aufenthalt im Krankenhaus kann verkürzt und die Lebensqualität verbessert werden.

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Wann müssen Kinder künstlich ernährt werden?

Im Verhältnis zum Körpergewicht ist der Energiebedarf bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern am höchsten. Aufgrund von Erkrankungen kann der Bedarf zusätzlich steigen. Kinder sind daher besonders anfällig für Mangelernährung. Entwicklungsstörungen, die sich bis ins Erwachsenenalter auswirken, können die Folge sein. Um derartige Störungen zu verhindern, kann bei mangelernährten Kindern die intravenöse Gabe von Nährstoffen erforderlich sein.

In besonderem Maß gilt das für zu früh geborene Kinder. Der Verdauungstrakt des Fötus  reift erst relativ spät ab der 34. Schwangerschaftswoche  heran. Erst dann entwickelt sich die für eine normale Ernährung erforderliche Saug-Schluck-Koordination. Der Nährstoffbedarf von Kindern, die vor der 35. Schwangerschaftswoche geboren sind, muss daher parenteral gedeckt werden.

Seit Neuestem stehen spezielle 3-Kammerbeutel zur Verfügung, die auf die besonderen Bedürfnisse von Frühgeborenen und Kindern bis 2 Jahre abgestimmt sind.

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Parenterale Ernährung zu Hause?

Eine künstliche Ernährung zwingt den Patienten nicht notwendigerweise zu einem Aufenthalt in der Klinik. Nach einer kurzen Schulung kann die parenterale Ernährung selbstständig oder mit Unterstützung von Pflegepersonal zu Hause durchgeführt werden.

Vor allem bei Patienten mit Kurzdarmsyndrom oder Tumorpatienten kann die ambulante parenterale Ernährung erheblich zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Um die Mobilität und Unabhängigkeit des Patienten zu gewährleisten, wird die Behandlung meist über Nacht durchgeführt.

Wichtiger Hinweis

Bitte beachten Sie, dass die Inhalte dieser Website eine allgemeine Information darstellen, jedoch keinesfalls den Arztbesuch ersetzen. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

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