Parenterale Ernährung

Parenterale Ernährung

Parenterale Ernährungstherapie

Ein guter Ernährungszustand ist für Patienten von großer Bedeutung: Er verringert Morbidität und Mortalität, trägt zum Erhalt der Lebensqualität  bei und verkürzt die Dauer von Klinikaufenthalten. Um Mangelernährung vorzubeugen oder eine bestehende Malnutrition auszugleichen kann eine parenterale Ernährung des Patienten nötig sein. Die parenterale Ernährung ist eine Form der künstlichen Ernährung, bei der die Nährstoffe – Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette sowie lebenswichtige Vitamine und Spurenelemente – in Form von Infusionslösungen über die Blutbahn zugeführt werden. Dazu wird ein spezieller Zugang in die Vene gelegt. Eine parenterale Ernährung kann sowohl kurzfristig über einen periphervenösen Zugang als auch langfristig über einen zentralvenösen Zugang erfolgen.

Vor allem in der Onkologie ist die parenterale Ernährung in vielen Fällen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Rund 50 Prozent aller Krebspatienten sind mangelernährt. Lebensnotwendig kann der Einsatz parenteraler Infusionen auch in der Neonatologie und Pädiatrie sein. Insbesondere Frühchen, die vor der 35. Schwangerschaftswoche geboren werden, sind häufig auf eine intravenöse Nährstoffzufuhr angewiesen.

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Indikationen für die parenterale Ernährung

Eine parenterale Ernährung ist dann indiziert, wenn der Patient Zeichen einer Mangelernährung aufweist und aus verschiedenen Gründen nicht oral oder enteral ernährt werden kann. Die parenterale Ernährung eignet sich in manchen Fällen außerdem, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass Nährstoffe nicht in ausreichender Menge über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden können. Dies ist beispielsweise aufgrund von Krankheiten, einer Operation oder altersbedingten Faktoren der Fall. Von einer Malnutrition spricht man bei folgenden Anzeichen:

  • Mehr als 10 Prozent Gewichtsverlust in den letzten 6 Monaten
  • BMI unter 18
  • Eiweißmangel (Serumalbuminspiegel unter 35 g/l)


Eine parenterale Ernährung wird vor allem dann erforderlich, wenn der Patient keine Nahrung über den Gastrointestinaltrakt aufnehmen und verwerten kann. Dies kann bei folgenden Krankheitsbildern vorkommen:

  • Darm- oder Magenresektion
  • Kurzdarmsyndrom
  • Ileus
  • Atonie des Gastrointestinaltraktes
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Anhaltender Durchfall oder Erbrechen
  • Behinderung der Nahrungspassage aufgrund von gastrointestinalen Tumoren und Fisteln
  • Tumorkachexie
  • Gastrointestinale Blutung oder Perforation
  • Strahlenenteritis
  • Perioperative Indikation, wenn eine orale Nahrungszufuhr >7 Tage nicht möglich ist oder der Patient >14 Tage oral nicht bedarfsdeckend ernährt werden kann.
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Bedeutung und Folgen der Mangelernährung

Etwa ein Viertel aller Krankenhauspatienten in Deutschland sind mangelernährt, d. h. ihre Nahrungsaufnahme reicht nicht aus, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Dabei bestehen große Unterschiede zwischen verschiedenen Patientengruppen. So tritt Mangelernährung besonders häufig bei älteren Klinikpatienten auf, von denen nahezu die Hälfte nicht ausreichend ernährt ist. In Kliniken mit den Behandlungsschwerpunkten Krebs sowie Magen-Darm-Erkrankungen gelten bis zu etwa 40 Prozent der Patienten als mangelernährt. Seltener sind Patienten auf chirurgischen oder gynäkologischen Klinikstationen betroffen.

Die Folgen der Malnutrition sind vielfältig: Sie reichen von allgemeiner körperlicher Schwäche über erhöhtes Infektionsrisiko, gestörte Wundheilung, erhöhtes Sturz- und Frakturrisiko bis hin zur Pflegebedürftigkeit. In letzter Konsequenz führt eine Mangelernährung zu einer höheren Mortalität. Je eher der Mangel diagnostiziert und behandelt wird, desto besser ist die Prognose.

Mit einfachen Screeningmethoden wie dem NRS (Nutritional Risk Screening) lässt sich frühzeitig ermitteln, ob das Risiko für eine Mangelversorgung besteht. Ist dies der Fall, wird in einem zweiten Schritt der Ernährungsstatus mithilfe eines SGA (Subjective Global Assessment) festgestellt. Je nach Ergebnis wird der Patient als gut genährt (SGA A), mäßig bzw. nicht eindeutig mangelernährt (SGA B) oder schwer mangelernährt (SGA C) eingestuft.

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Parenterale Ernährung für Kinder

Eine besondere Herausforderung stellt die parenterale Ernährung in der Pädiatrie dar. Sie kann in folgenden Fällen erforderlich werden:

  • Unreife des Magen-Darm-Traktes aufgrund von zu früher Geburt (besonders vor der 35. Schwangerschaftswoche)
  • Geringes Geburtsgewicht
  • Große operative Eingriffe
  • Anomalien des Gastrointestinaltraktes
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Sepsis
  • Verbrennungen
  • Traumata
  • Malignome


Eine adäquate Ernährung ist für das Wachstum und die Entwicklung pädiatrischer Patienten unverzichtbar. Die Ernährungsbedürfnisse von Kindern, Früh- und Neugeborenen weichen in vielen Punkten von denen erwachsener Patienten ab. Geringes Körpergewicht, schnelles Wachstum und unreife Organsysteme sind nur einige der Faktoren, die bei der parenteralen Ernährung in der Pädiatrie berücksichtigt werden müssen.

Mit dem 3-Kammerbeutel Numeta stellt Baxter weltweit die erste leitlinien- und bedarfsgerechte Standardlösung zur Verfügung, die speziell auf die Bedürfnisse Kindern bis 2 Jahre zugeschnitten ist. Das seit Oktober 2011 verfügbare 3-Kammerbeutel-Konzept liefert als standardisierte Fertiglösung alle nötigen Nährstoffe. Es kann allerdings auch flexibel ohne Lipide oder unter Zumischung weiterer Nährstoffe eingesetzt werden. Numeta gewährleistet damit die sichere und schnelle Patientenversorgung in der Pädiatrie. Um eventuelle Entwicklungsstörungen Frühgeborener oder mangelernährter Kinder zu verhindern, sollte eine parenterale Ernährung möglichst frühzeitig begonnen werden.

Mit Aminopäd und ClinOleic bietet Baxter zwei Arzneimittel, die den besonderen Anforderungen der pädiatrischen parenteralen Ernährung Rechnung tragen. Sie versorgen die Patienten mit lebensnotwendigen Aminosäuren und Lipiden. Der 3-Kammerbeutel Olimel ist für die parenterale Ernährung für Kinder ab 2 Jahren zugelassen.

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Arzneimittel, Applikationssysteme, Zubehör

Zur Behandlung der Mangelernährung bietet Baxter ein umfangreiches Portfolio an Produkten. Dazu gehören neben Arzneimitteln auch geeignete Applikationssysteme und entsprechendes Zubehör.

Unsere Arzneimittel für die parenterale Ernährung umfassen innovative Mehrkammerbeutelkonzepte (3-Kammerbeutel, 2-Kammberbeutel), Einzelbausteine wie Aminosäure,-Glukose- oder Fettlösungen sowie Mikronährstoffe (Vitamine, Spurenelemente).

Der  3-Kammerbeutel Olimel verfügt über 3 separate Kammern für Lipide, Kohlenhydrate und Proteine bzw. Aminosäuren und Elektrolyte. Olimel ist für den Einsatz in der Klinik, in einer Arztpraxis und beim Patienten zu Hause geeignet. Lebensnotwendige Mikronährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente können kurz vor der Verabreichung hinzugefügt werden.

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Referenzen

Hartig W, Biesalski HK, et al., Ernährungs- und Infusionstherapie. 8. Auflage. Stuttgart: Thieme Verlag, 2004

DGEM-Leitlinie zur Parenteralen Ernährung. http://www.dgem.de/parenteral.htm

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Weiterführende Informationen

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3-Kammerbeutel Olimel

Olimel

3-Kammerbeutel Numeta

Numeta

Vitamine und Spurenelemente

Cernevit

Cernevit

Addel N

Addel N

Behandlung in der Onkologie

Video

Baxter Interview Krebskongress vom 25.02.2016