Heimdialyse
Dialyse zu Hause
Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Patienten für eine Heimdialyse entscheiden: Sie möchten unabhängig von Dialysezentren sein, ihren üblichen Tagesablauf soweit wie möglich beibehalten oder ihre gewohnte Umgebung nicht mehrmals pro Woche verlassen müssen.
Für den Nephrologen ist die Patientenzufriedenheit ein zentrales Anliegen. Neben der Überlebensdauer ist auch die Lebensqualität einer der Faktoren, die bei der Betreuung von Nierenkranken in Betracht gezogen werden müssen.
„Die Auswahl des Nierenersatzverfahrens soll sich nach den speziellen Indikationen und Kontraindikationen des jeweiligen Verfahrens, den Patientenpräferenzen und den individuellen Lebensumständen richten“ – so die Empfehlung der nationalen Versorgungsleitlinie „Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter“. Diabetes mellitus ist in den Industrieländern die häufigste Ursache für eine Niereninsuffizienz.
Die Heimdialyse erfolgt bisher vor allem in Form Peritonealdialyse (PD). Aber auch die Heim-Hämodialyse ist eine Therapieoption, die nephrologische Praxen ihren Patienten anbieten können.
Neben der Lebensqualität gibt es aber noch weitere Vorteile, die den Einbezug einer Heimdialyse aus Sicht des Nephrologen sinnvoll machen und in den aktuellen Diabetesleitlinien sogar zu einer Empfehlung von PD als Einstiegsbehandlung geführt haben*:
- Eigenverantwortliche Behandlung
- Längere Aufrechterhaltung der Nierenrestfunktion
- Bessere Prognose in den ersten Behandlungsjahren
- Möglichkeit der kontinuierlichen Ultrafiltration und Entgiftung
- Größere Freiheiten bei der Ernährung
- Bei Diabetes mellitus stabilere Einstellung des Glucosestoffwechsels vs HD
- Keine zusätzliche kardiale Belastung
- Geringerer Bedarf an Erythropoeitin
Die PD ist aus medizinischer Sicht bei fast allen Patienten durchführbar – auch bei älteren Personen und Menschen mit Adipositas, kongestiver Herzinsuffizienz oder portaler Hypertension. Selbst abdominale Hernien, Divertikulose oder Lebertransplantation stellen heute keine Kontraindikation dar. Auch Diabetiker profitieren von der PD: „Bei 25-50 % aller dialysepflichtigen Menschen mit Diabetes ist die Peritonealdialyse (PD) als Einstiegsverfahren der Nierenersatztherapie möglich“ (Nationale Versorgungsleitlinie „Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter“).
Zum Vergleich: Derzeit wird die PD in Deutschland nur von 5 Prozent aller dialysepflichtigen Patienten angewendet. In unseren Nachbarländern liegt der Anteil bereits bei 20-30 Prozent.
Im Laufe der Therapie wechseln viele Patienten die Behandlungsart. Eine Kombination beider Verfahren – PD als Einstieg und späterer Wechsel zur HD – kann das Überleben verbessern und somit die Gesamtdauer der Therapie verlängern.
Die Peritonealdialyse
Weltweit versorgt Baxter täglich rund 250.000 PD-Patienten mit den entsprechenden Produkten und Serviceleistungen – mehr als jeder andere Anbieter. Als Marktführer sind wir ein kompetenter und zuverlässiger Partner in allen Fragen rund um die PD. Dazu zählt neben der kontinuierlich ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) die automatisierte Peritonealdialyse (APD) und die intermittierende PD (IPD).
Baxter unterstützt nephrologische Praxen, die PD als zweites Standbein anbieten möchten – von den ersten Schritten bis zur täglichen Routine. Dazu zählen die Beratung beim Aufbau von internen und externen Strukturen, die Aufklärung und Schulung von Patienten und Mitarbeitern sowie Beratung zu Qualitätssicherung und Zertifizierung.
Ob Vorbereitung, Durchführung oder Optimierung – Baxter kennt alle Ebenen auf dem Weg zum qualifizierten PD-Zentrum. Auf Wunsch stellen wir Kontakte zu PD-Kooperationskliniken in der Nähe her, helfen bei Raum- und Personalplanung sowie Ausstattung und stellen Informations- und Schulungsmaterial, Dokumentationshilfen und Notfallchecklisten zur Verfügung. Auch Fragen bezüglich Abrechnung und Kostenerstattung gehören zu unseren Kompetenzen.
Das PD-Serviceeangebot
Baxter bietet Nephrologen zahlreiche Materialien und umfangreiche Service-Angebote zum Thema PD.
Referenzen
*Nationale Versorgungs-Leitlinie „Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter“
Covic et al.: Educating end-stage renal disease patients on dialysis modality selection: a clinical advice from the European Renal Best Practice Advisory Board (2010)


