Meningokokken C
Meningokokken C – was ist das?
Meningokokken C sind Bakterien, die Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) verursachen. Vereinzelte Erkrankungen und Berichte über lokale Ausbrüche von Hirnhautentzündungen führen immer wieder zur Verunsicherung in der Bevölkerung und rücken diese Erkrankung in das öffentliche Interesse.
Die Übertragung der Meningokokken C erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen oder durch engen Kontakt, wie z.B. Küssen. Außerhalb des menschlichen Körpers können Meningokokken nicht lange überleben, daher erfolgt die Übertragung direkt von Mensch zu Mensch.
Erkrankungen mit Meningokokken C können durch eine sichere und gut verträgliche Schutzimpfung verhindert werden.
Wo kommen Meningokokken C vor?
Die Meningokokken-Meningitis ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Neisseria meningitidis verursacht wird. Einziger Überträger der Bakterien ist der Mensch.
Meningokokken leben im Nasen-Rachenraum. Je nach Alter beherbergen sie zwei bis 31 Prozent der Bevölkerung, ohne daran zu erkranken. Weshalb einige Menschen asymptomatische (ohne selber die Krankheit zu bekommen) Träger des Bakteriums sind, andere aber schwer erkranken, ist bis heute nicht genau bekannt. Die eigentliche Krankheit entwickelt sich nur bei einem kleinen Teil der Infizierten und beginn erst, wenn die Erreger die Schleimhautbarriere durchbrechen und in die Blutbahn gelangen.
Meningokokken werden in verschiedene Gruppen, den sogenannten Serogruppen, eingeteilt. Man unterscheidet 13 Meningokokken-Typen, aber nur 5 sind weltweit die Hauptursache von Meningokokken-Erkrankungen: A, B, C, W135 und Y.
In Deutschland und Europa überwiegen Erreger der Gruppen B und C. Etwa 22 Prozent der Erkrankungen werden in Deutschland von Bakterien der Serogruppe C hervorgerufen. Erkrankungen, die durch den Serotyp C verursacht werden, können durch die Impfung verhindert werden. Die übrigen Fälle sind fast ausschließlich der Serogruppe B zuzurechnen, gegen die es derzeit noch keinen Impfstoff gibt.
Woran kann man eine Meningokokken-C-Erkrankung erkennen?
Meningokokken sind vor allem für zwei schwere Krankheitsbilder verantwortlich: Die Hirnhautentzündung (Meningitis) und die Blutvergiftung (Sepsis). Beide können auch kombiniert auftreten.
Nach einer Inkubationszeit (Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome) von 2 bis 5 Tagen beginnt die Meningokokken-Erkrankung mit uncharakteristischen Allgemeinbeschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit. Daher ist die Diagnose auch für den Arzt oft relativ schwierig.
Meningitis
Ein wichtiges Warnsignal für eine Meningitis sind starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Bei Säuglingen und Jugendlichen sind die Symptome oft unterschiedlich stark ausgeprägt. Folgende Anzeichen sollten Sie dringend beachten und gegebenenfalls von einem Arzt abklären lassen:
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Quelle: www.meningitis-trust.org |
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Quelle: www.meningitis-trust.org |
Sepsis
Eine Sepsis macht außerdem vor allem durch kleine, violette Hauteinblutungen auf sich aufmerksam. Diese lassen sich von einem gewöhnlichen Ausschlag durch einen einfachen Test unterscheiden: Drückt man ein Wasserglas auf die betroffenen Hautstellen, wird ein normaler Ausschlag blass. Hauteinblutungen dagegen bleiben deutlich sichtbar.
Beide Krankheitsformen sind ein akuter Notfall und müssen sofort mit Antibiotika behandelt werden. Trotz modernster Therapiemöglichkeiten kommt für knapp 10 Prozent der Patienten jede Hilfe zu spät. Weitere 20 Prozent tragen bleibende Schäden wie Schwerhörigkeit, Lernschwächen, Hirnschäden, epileptische Anfälle oder Verlust der Gliedmaßen davon.
Wer trägt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko?
An Meningokokken kann man in jedem Alter erkranken.
Jedoch treten etwa 70 % aller Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland bei Kindern und Jugendlichen bis zum 19. Lebensjahr auf.
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Am häufigsten erkranken Babys in den ersten 12 Lebensmonaten. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift. Die Bakterien, die von einer schützenden Kapsel umgeben sind, können sich vor dem Abwehrsystem des Säuglings schützen, da es erst noch lernen muss, die Meningokokken erfolgreich zu bekämpfen. Dies ist auch der Grund, warum bei Säuglingen die besonders gefürchteten schnellen Krankheitsverläufe häufiger auftreten.
Sind die Eltern der Babys Raucher, erhöht sich das Risiko bei einem Konsum von 20 Zigaretten pro Tag zusätzlich um das 2,6-fache. Rauchen beide Eltern, steigt das Risiko noch weiter an, wie eine Studie, die in Tschechien durchgeführt wurde, zeigt (Quelle: www.agmk.de).
Menschen mit bestimmten Erkrankungen des Immunsystems (zum Beispiel Fehlen der Milz, Bildung von zu wenig Antikörpern) tragen ebenfalls ein erhöhtes Risiko.
Wer sollte sich impfen lassen?
Im Juli 2006 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) eine generelle Empfehlung für die Impfung gegen Meningokokken-C im 2. Lebensjahr ausgesprochen (www.rki.de): Alle Kinder im 2. Lebensjahr sollen zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit einem konjugierten Meningokokken-C-Impfstoff geschützt werden. Konjugierte Impfstoffe können im Gegensatz zu herkömmlichen Impfstoffen schon bei Kindern im 2. Lebensjahr eingesetzt werden und rufen hier eine gute Immunantwort hervor. Eine einzige Injektion ist für einen lebenslangen Schutz ausreichend.
Zusätzlich soll die Impfung bei Jugendlichen, die bisher nicht geimpft sind, nachgeholt werden. Die Kosten werden bis zum 18. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Besonders relevant wird die Impfung für Jugendliche vor einem anstehenden Schüleraustausch oder Auslandsaufenthalt: In vielen europäischen Ländern, wie zum Beispiel England, den Niederlanden oder Spanien, gehört die Impfung gegen Meningokokken C zum Standard für Schulpflichtige.
Reisende in gefährdete Gebiete außerhalb Europas, in denen häufig andere Gruppen als die in Europa zirkulierenden relevant sind, werden mit einem Mehrfachimpfstoff gegen die Gruppen A, C, W135 und Y geimpft.




